Sonderfahrt mit C II-Zug und Tunnelwanderung

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Combino 400 [BFB]
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Sonderfahrt mit C II-Zug und Tunnelwanderung

Ungelesener Beitrag von Combino 400 [BFB] » Freitag 25. Juli 2014, 16:53

Am vergangenen Sonntag bot die Arbeitsgemeinschaft Berliner U-Bahn (AGU) eine Sonderfahrt mit dem C II-Zug vom Alexanderplatz nach Rathaus Steglitz an mit anschließender Tunnelwanderung von Rathaus Steglitz (Rzo) bis Schloßstraße.

Die Fahrt führte vom Alexanderplatz (Gleis 4; U5) durch den Waisentunnel auf die U8. Die U8 wurde bis zum Kottbusser Tor genutzt von wo aus es in die Kehranlage ging. Anschließend ging es bis Osloer Straße um dort durch den vorhandenen Verbindungstunnel bis zum U-Bahnhof Rathaus Steglitz zu gelangen.
C II-Zug im U-Bahnhof Alexanderplatz
C II-Zug im U-Bahnhof Rathaus Steglitz

Am U-Bahnhof Rathaus Steglitz angekommen folgte durch die Vorbauleistung einer geplanten U10 zurück bis zum U-Bahnhof Schloßstraße, wobei anzumerken ist, dass der heute genutzte Bahnsteig Rathaus Steglitz (Rzu) für die U10 vorgesehen war, weshalb es andersrum kam etwas später.
Ungenutzter Bahnsteig stadtauswärts mit Blick in Richtung Schloßstraße. Der ungenutzte Bahnhofsteil ist mit zwei Seitenbahnsteigen was bauliche Gründe hat und zwar gibt es eine bauliche Verbundenheit zwischen U-Bahnhof Rathaus Steglitz und dem Steglitzer Kreisel.
Auffällig ist auch die Bahnsteighöhe die wesentlich höher ist als bei anderen Bahnsteigen. Das hat damit zu tun, dass neben und teilweise auch unter diesen Bahnhofsteil Kellerräume des Steglitzer Kreisel sich befinden. Sollte es jemals hier zu einer Gleisverlegung kommen müsste nämlich vor der Schotterbettung noch eine Schallisolierung mit Gummimatten in den Gleistrog eingebaut werden.
Bahnsteig stadteinwärts mit Blick in Richtung Schloßstraße. Hinter der zusehenden Tür befindet sich die Trafo-Station für den oberen ungenutzten Bahnhofsteil von Rathaus Steglitz.
Treppenschacht nach oben? Ja, aufgrund der Höhenlage gab es auch Überlegungen Treppenausgänge an die Oberfläche bzw. wie anderswo durchgeführt in Geschäfte oder ähnlichen einzubauen.
Die Ferne ist das Ziel oder doch schon Tunnelblick? Blick zurück in den ungenutzten Teil des U-Bahnhofs Rathaus Steglitz. Wir befinden uns hier unter der S-Bahnstrecke der S1 am Rathaus Steglitz. Dies war auch der Grund weshalb in den 70er Jahren anfangs eine U-Bahnverbindung nach Lankwitz nicht weiter ausgebaut wurde und die U9 in den anderen Bahnhofsteil umziehen musste. In den 70er Jahren gehörte das Gelände über dieser Stelle der Deutschen Reichsbahn und hätte nicht einfach unterbaut werden dürfen ohne zähe Verhandlungen mit sich zu bringen und dahinter gab es keine Kehranlage.

Dieses kurze Tunnelstück wurde als erweiterte Vorbauleistung durchgeführt als bereits unter BVG-Regie die S-Bahnstrecke am Rathaus Steglitz großzügig saniert wurde. Nun war es ja hausintern möglich die S-Bahntrasse zu untergraben.
Weshalb heute noch keine U9 in den Bahnhofsteil gezogen ist, ist auch damit verbunden, dass von Schloßstraße kommend kein Gleiswechsel hätte eingebaut werden können und dahinter unter der S-Bahnstrecke auch nicht. Wir sehen hier zwar einen dritten Schacht aber dieser war nicht für ein Kehrgleis vorgesehen, denn hier hätte eine Schildvortriebmaschine eingelassen werden müssen, da der nächste Tunnelstück bis zum geplanten U-Bahnhof Albrechtstraße im Schildvortrieb hätte gebaut werden müssen aufgrund der engen Verhältnisse an der Oberfläche.

Ein Betrieb der U9 durch diesen Tunnel würde sich erst mit Fertigstellung des Tunnelbaus bis zum U-Bahnhof Albrechtstraße lohnen, da man dort eine Kehranlage könnte errichten.
Blick in einen Treppenschacht abwärts am stadteinwärts führenden Bahnsteig. Hier wäre der Ausgang in die Bahnhofshalle Rathaus Steglitz und zum Busbahnhof im Kreisel erfolgt. In diesem Schacht befindet sich auch eine Tür direkt in einen Heizraum des Steglitzer Kreisel also noch fester mit einem anderen Bau kann ein U-Bahnhof nicht mehr verbunden sein und ist es auch nicht in Berlin.
Kommen wir nun aber zu der Wanderung zum U-Bahnhof Schloßstraße hier im Gleistrog stadtauswärts im U-Bahnhof Rathaus Steglitz auf dem Weg zum U-Bahnhof Schloßstraße.
An einer Säule steht ein Hinweis weshalb die ganzen Holzstege, -treppen und -rampen sich in dem Bahnhof befinden. Auf dem Zettel steht 62 Teile Matratzen. Hier befand sich die Senatsreserve an Matratzen im Hinblick aufmögliche Flüchtlingswellen während des Kalten Krieges. Nach der Wiedervereinigung konnte diese Senatsreserve natürlich aufgelöst werden.
Eine bauliche Wand trennt den Rohbau vom fertiggestellten Tunnel. Hinter dieser Türe befindet sich nämlich das Gleisbett und das Überwerfungsbauwerk der U9 und U10.

Nun geht es auf Gleisen weiter. Ein weiterer Zaun sollte die Senatsreserve schon früher vor möglichen Diebstählen und Vandalen schützen.
Während das Gleis stadtauswärts eine stärke Kurve nach links unten genommen hat steigt dem nun links im Tunnel liegende tote Gleis; rechts das Streckengleis in Fahrtrichtung Osloer Straße empor.
Blick in die Tunnelröhre des toten Gleises in Richtung Schloßstraße.
Durch einen Durchlass an der linken Seite des vorherigen Bildes ging es nach unten in das andere Gleis. Dort befand sich dann rechts neben an das Betriebsgleis der U9 in Fahrtrichtung Rathaus Steglitz. So nahe stand ich noch nie einem im dichten Takt befahrenden U-Bahnstreckengleis. Meine Knie wurden auch langsam weich und der Windsog des kurze Zeit später langsam vorbeifahrenden Zuges der U9 war nicht ohne.
Danach wurde auch der U-Bahnhof Schloßstraße untere Ebene erreicht, welche ja demnächst du Umbauten im Tunnelbereich aufgegeben werden soll für den planmäßigen Betrieb. Hier noch ein Blick in Richtung Walther-Schreiber-Platz in den Tunnel. Auf ungefähr halber Strecke hört dann das Gleis auf und kurze Zeit später auch der Tunnel.
Blick auf den nicht genutzten Bahnsteigteil untere Ebene ...
und einmal obere Ebene.

Vom U-Bahnhof Schloßstraße ging es dann bis Berliner Straße um später über den Verbindungstunnel die U7 zu erreichen. Von der es aus mit zweifachen Umsetzen am U-Bahnhof Hermannplatz über einen weiteren Verbindungstunnel auf die U8 ging und hinter dem U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße über den Waisentunnel wieder auf die U5.

:win:
Gestatten, dass ich mich vorstelle? Combino, Combino 400, "Perugia"!

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